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Kellerabdichtung von innen

Die Kellerabdichtung von innen

4 wichtige Fragen zur Kellerabdichtung von innen

Dringt Feuchtigkeit in den Keller ein, sind Gegenmaßnahmen erforderlich. Ist eine Abdichtung von außen nicht möglich, muss die Kellerabdichtung von innen erfolgen. Hier lesen Sie,

  • warum und wann eine Kellerabdichtung von innen notwendig ist
  • mit welchen Verfahren sich Keller innen abdichten lassen
  • was die Vor- und Nachteile der Kellerabdichtung von innen sind
  • ob und wie Sie Ihren Keller selbst von innen abdichten können.
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Wann ist es Zeit für eine Kellerabdichtung von innen ohne Aufgraben?

Eine Abdichtung des Kellers von der Innenseite ist immer dann notwendig, wenn Wasser von außen in den Keller eindringt und keine Abdichtung von der Außenseite des Gebäudes möglich ist. Wasser kann aufgrund zahlreicher Ursachen in den Keller eindringen und sowohl das Mauerwerk als auch das Mobiliar des Kellers beschädigen. Es gibt diverse Anzeichen für Feuchtigkeit im Keller. Manchmal sind die Kellerwände spürbar feucht, in anderen Fällen stellen abblätternder Putz, Risse im Mauerwerk oder Salzausblühungen sichtbare Symptome dar..Eine der häufigsten Ursachen von Feuchtigkeit im Keller besteht in einem maroden oder beschädigten Mauerwerk. Selbst kleinste Risse und Öffnungen können dafür sorgen, dass Regenwasser oder Grundwasser von außen in einen Keller eindringt.

Sollten erste Anzeichen für ein Eindringen des Wassers bemerkt werden, ist es ratsam, so schnell wie möglich zu reagieren. Spätestens wenn Schimmel im Keller entsteht, ist es Zeit für Abdichtungsmaßnahmen. Insbesondere in kalten Jahreszeiten darf keine Zeit verloren werden, da das in dem Mauerwerk befindliche Wasser aufgrund der niedrigen Temperaturen gefrieren kann und sich dabei ausdehnt. Hierbei entstehen in der Regel schwerwiegende Beschädigungen am Keller, die sogar eine vollständige Sanierung erfordern können. Nach Feststellung der Notwendigkeit für Abdichtungsmaßnahmen stellt sich jedoch die Frage, ob eine Kellerabdichtung von innen oder von außen geschehen sollte.

Wann ist eine Abdichtung von innen notwendig?

In vielen Situationen ist es nicht möglich, die Abdichtung des Kellers von außen durchzuführen. Insbesondere, wenn sich direkt neben einem Gebäude ein zweites anschließt oder nur sehr wenig Platz zwischen Fassade und Grundstücksgrenze zur Verfügung steht, ist diese ausgeschlossen. Darüber hinaus können einige persönliche Gründe ebenfalls gegen eine Abdichtung des Kellers von außen sprechen. Neben einem Garten, der sich direkt am Haus befindet, können auch die Ausgrabungen der Kellerwände selbst gegen diese Maßnahmen sprechen. Gegen eine Abdichtung von außen sprechen auch die Kosten für den Erdaushub rund ums Mauerwerk, die sich viele Kellereigentümer nicht leisten können.

Während im Neubau eine solide Kellerabdichtung von außen zum Standard zählt, fehlen beim Altbau häufig jegliche Schutzmaßnahmen. Die Anzeichen für einen feuchten Keller können in diesem Fall auf marodes Mauerwerk, Bodenfeuchtigkeit oder nicht-/drückendes Wasser zurückzuführen sein. Wer jetzt nicht handelt, riskiert diverse Folgeprobleme: Durch die andauernde Feuchtigkeit kann das Mauerwerk beschädigt und damit im schlimmsten Fall die Statik des darüber liegenden Hauses beeinträchtigt werden. Zudem ist Schimmel im Keller kein lokales Problem: Über die Luft fällt es den Schimmelsporen leicht, sich zu verteilen. So gelangen Sie auch in den Wohnbereich und stellen dort ein Gesundheitsproblem dar – insbesondere für Kinder.

Den Keller abdichten (innen): gängige Verfahren

Damit eine Kellerabdichtung langfristig wirksam ist, muss sie professionell ausgeführt werden. Außerdem muss abhängig vom Lastfall eine geeignete Methode zur Anwendung kommen. Die Verfahren der Kellerabdichtung von innen lassen sich grob wie folgt gruppieren, wobei dies nur als Orientierung dienen sollte: Horizontalsperre, Vertikalsperre und Abdichtung der Bodenplatte.

Gruppe A: Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit

Im Falle kapillar aufsteigender Feuchtigkeit saugt sich das Mauerwerk von unten her mit Wasser voll. In den Poren des Mauerwerks kann es sich entgegen der Schwerkraft nach oben drücken. Die Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit zeigen sich daher oft fernab der Ursache des Problems. Ob ein nasser Keller tatsächlich von kapillar aufsteigender Feuchtigkeit herrührt, kann oft nur ein Experte erkennen. Mit einer Horizontalsperre wird das Mauerwerk für das Wasser zu einer Sackgasse.

Mit diesen Methoden lässt sich eine Horizontalsperre von innen errichten:

  1. Injektionsverfahren: Dabei werden die Poren und Kanäle im Mauerwerk durch ein Spezialharz, Silikonpräparat oder ein ähnliches Produkt wasserdicht verschlossen. Um das Mauerwerk mit der Injektionsflüssigkeit „impfen“ zu können, wird zuerst ein Bohrlochraster angelegt. Über diese Öffnungen gelangt die Gele oder Harze mit Druck oder drucklos tief in die Kellerwand und bilden dort eine wasserundurchlässige Schicht. Die Kellerabdichtung von innen mit Injektion zählt zu günstigsten Verfahren, allerdings lässt sich die Ausführungsqualität erst im Nachhinein beurteilen.
  2. Mauersägeverfahren: Auch für extrem dickes Mauerwerk eine Option ist das Mauersägeverfahren. Handwerker versehen die Mauer dafür in meterweisen Abschnitten mit einem maximal zehn Millimeter hohen Schlitz. In diesen wird ein wasserundurchlässiges Dichtungselement – eine robuste Kunststofffolie oder ein rostfreies Blech – eingefügt. Der übrige Hohlraum wird für eine weiterhin verlässliche Statik mit druckfesten Keilplatten oder Zementsuspension verfüllt.
  3. Mauertauschverfahren: Sind die Schäden am Mauerwerk bereits gravierend, kann eine Kellerabdichtung oft nur noch durch einen Mauertausch erfolgen. Dabei muss natürlich die Statik des Hauses sichergestellt werden: Die Arbeiten können nur meterweise durchgeführt werden. Für das Mauertauschverfahren nimmt die ausführende Firma zuerst sich überlappende Kernbohrungen vor, die im zweiten Schritt mit frischem Beton gefüllt werden.
  4. Ramm-Riffelblechverfahren: Ist eine durchgehende Lagerfuge vorhanden, kann auch das Ramm-Riffelblechverfahren angewendet werden. Bei dieser Methode entsteht eine durchgängige Horizontalsperre durch gewellte Chromnickelstahlbleche. Diese werden mit Pressluft in die Lagerfuge getrieben. Abstützungsmaßnahmen sind dafür nicht nötig.
  5. Bohrkernverfahren: Bei sehr dickem Mauerwerk kommen viele Verfahren an ihre Grenzen. Dann stellt das Bohrkernverfahren oft die letzte Möglichkeit dar. Für eine durchgängige Horizontalsperre werden dabei zwei Reihen sich überschneidender Bohrlöcher angelegt, die mit dichtem Mörtel gefüllt werden.

Elektrophysikalische Verfahren: Ohne größere Baumaßnahmen kommt das Verfahren der Elektroosmose aus. Hier macht man sich das Wissen zunutze, dass Wasser in einem elektromagnetischen Feld steht vom Plus- zum Minuspol wandert. Allerdings erfordern elektrophysikalische Methoden etwas Geduld und die Anlage muss dauerhaft in Betrieb bleiben.

Gruppe B: Vertikalsperren gegen seitlich eindringende Feuchtigkeit

Ist die Kelleraußenwand marode oder fehlt eine schützende Wanne, können Bodenfeuchtigkeit und nicht-/drückendes Wasser von der Seite her in den Keller eindringen. Möchten Sie in diesem Fall die Kellerwand von innen abdichten, sind für die Errichtung einer zuverlässigen Vertikalsperre großflächige Arbeiten vonnöten.

Fachfirmen errichten nachträgliche Vertikalsperren von innen ausschließlich durch Flächeninjektion. Dafür bohren sie ein Bohrlochraster in die Kellerwand. In diese Öffnungen platzieren sie Packer, über die niedrigviskoses Gel oder Harz in das Mauerwerk gelangt und dort Poren und Fugen wasserundurchlässig verschließt.

Gruppe C: Abdichtung der Bodenplatte von innen

Die nachträgliche Abdichtung der Bodenplatte kann beispielsweise unumgänglich werden, wenn sich der Verlauf des Grundwassers geändert hat. Häufig bietet auch einfach die darunterliegende Kiesschicht keinen ausreichenden Schutz. Hausbesitzer können sich in diesen Fällen zwischen verschiedenen bewährten Verfahren entscheiden:

  1. Schleierinjektion: Über Bohrlöcher in der Bodenplatte gelangt bei der Schleierinjektion niedrigviskoses Acrylat unter das Fundament und verfestigt sich dort zu einer wasserdichten Gelschicht. Die Bodenplatte ist so vor dem Eindringen weiterer Feuchtigkeit geschützt und kann vollständig austrocknen.
  2. Dichtungsschlämme: Diese bestehen aus Zement, Mineralien und Kunststoff-Zusätzen und werden mit Wasser vermischt. Sind die Dichtungsschlämme nach dem schichtweisen Auftrag vollständig getrocknet, sind die wasserdicht und atmungsaktiv und können als Basis für Dämmmaterialien verwendet werden.
  3. Schweißbahnen: Bei der Abdichtung der Bodenplatte durch Schweißbahnen kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Neben einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung werden häufig Bahnen aus Kunststoff oder Elastomer verlegt.

Innenabdichtung Keller: Vor- und Nachteile

Grundsätzlich gilt die Kellerabdichtung von außen als Königsweg. In vielen Fällen ist die nachträgliche Errichtung von Feuchtigkeitssperren von außen aber nicht möglich. Beispielsweise kann wegen einer direkt angrenzenden Garage ohne Unterkellerung oder der Lage des Hauses direkt an einem öffentlichen Gehweg nicht aufgegraben werden.

Vorteile der Kellerabdichtung von innen

Im Gegensatz zu der Abdichtung des Kellers von außen bleibt bei der Abdichtung von innen der gesamte Garten in einem unberührten Zustand. Darüber hinaus sind während der gesamten Arbeiten keine Arbeitsschritte notwendig, welche die Lebensweise der Anwohner in irgendeiner Art beeinträchtigen. Die gesamte Abdichtung wird im Inneren des Kellers durchgeführt und verläuft dabei in der Regel – abhängig vom konkreten Verfahren – wesentlich geräuscharmer als jede andere Alternative. Die Abdichtung des Kellers von innen eignet sich daher vor allem für jene Hausbesitzer, die ihren Lebensunterhalt in den eigenen vier Wänden erwirtschaften.

Der größte Vorteil der Methoden zur Abdichtung des Kellers von innen besteht jedoch darin, dass die gesamte Kellerabdichtung ohne Ausgrabung geschieht. Sie müssen sich daher während der gesamten Arbeiten keine Sorgen um Ihren Garten oder anliegende Flächen machen. Bei der Abdichtung des Kellers von außen wird das gesamte Erdreich um die Kellerwände herum ausgehoben. Dadurch bleiben die Nachwirkungen der Arbeiten noch über viele Monate spürbar. Es dauert sehr lange, bis das gesamte Gras um das Grundstück herum wieder nachgewachsen ist und die Landschaft wieder eine makellose Optik besitzt.

Doch ein Vorteil hebt sich bei der Innenabdichtung besonders hervor: Auch wenn eine Kellerabdichtung von außen möglich wäre, entscheiden sich viele Hausbesitzer aus Kostengründen für eine Kellerabdichtung von innen. Schließlich hat bereits das Anlegen einer Baugrube seinen Preis – oft im vier- bis fünfstelligen Bereich.

Nachteile der Kellerabdichtung von innen

Wenn Sie Ihren Keller von innen abdichten lassen, müssen Sie vorab den Keller ausräumen und können ihn für die Dauer der Abdichtungsmaßnahmen nicht nutzen. Zudem haben Sie die Baustelle direkt im Haus. Sollte der Keller also bereits als Wohnraum genutzt werden, ist dies ein erheblicher Nachteil.

Außerdem ist bei der Kellerabdichtung von innen zu bedenken, dass – außer nach einem erfolgreichen Injektionsverfahren – die Wände sowie die Bodenplatte weiterhin feucht bleiben. Dies ist nicht nur strapaziös für die Bausubstanz, sondern setzt auch die Temperatur des Mauerwerks herab. Möchten Sie den Keller zukünftig für Wohnzwecke nutzen, benötigen Sie eine zusätzliche diffusionsoffene Wärmedämmung.

Bei einer Luftfeuchte über 60 % ist eine Kellerabdichtung von innen nicht möglich. Wer sie trotzdem umsetzt, verhindert das Verdunsten der Feuchtigkeit: Diese schlägt sich dann als Kondensat weiterhin an den Wänden nieder.

Den Keller von innen selbst abdichten?

Echte Sparfüchse würde ihren Keller natürlich am liebsten selbst abdichten. Grundsätzlich ist das – ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick vorausgesetzt – auch möglich. Entscheidend ist, dass Heimwerker vor Beginn der Arbeiten von einem Profi abklären lassen, welches Problem hinter der Feuchtigkeit im Keller steckt: Wer beispielsweise auf kapillar aufsteigende Feuchtigkeit mit einer Vertikalsperre reagiert, wird weiterhin mit denselben Problemen zu kämpfen haben.

Zur Errichtung einer Horizontalsperre in Eigenregie eignet sich das Injektionsverfahren. Wenden Sie dieses aber nur an, wenn Sie sich eine fachgerechte Ausführung zutrauen.

Für die Do-it-yourself-Abdichtung von Kellerwänden und Bodenplatte sind Dichtschlämme das Mittel der Wahl. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Grundierung und Dichtungsschlämme kompatibel sind. Andernfalls können ungewollte chemische Reaktionen entstehen.

Zusammenfassend: Die Kellerabdichtung von innen

Den Keller oder anderes Mauerwerk von innen nachträglich abzudichten macht immer dann Sinn, wenn eine Außenabdichtung nicht wirtschaftlich oder nicht möglich ist. Ein Gutachter oder Abdichter kann dies beim Besichtigungstermin feststellen. Liegt die Ursache feuchter Kellerwände in einer hohen Luftfeuchtigkeit, bieten sich Dichtschlämme an, die die Wände auf einer konstant warmen Temperatur halten. Ein Injektionsverfahren ist sinnvoll, wenn der Keller später als Wohnbereich o.Ä. genutzt werden und optisch ansprechend sein soll.

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